Zero-Waste – Ein Lebensstil für die Zukunft schon jetzt

Zero-Waste – Ein Lebensstil für die Zukunft schon jetzt

In vielen Ländern Europas werden pro Jahr und Person über 400 Einkaufstüten aus Plastik weggeworfen. In Deutschland liegen diese Zahlen unter Hundert, dafür sind wir in anderen Bereichen des alltäglichen Lebens verschwenderischer. Von den kleinen Plastiktüten, in denen wir im Supermarkt unser Gemüse verpacken bis hin zu Mineralwasser aus der PET-Flasche: Wir leben auf großem Fuß und der Plastikmüll wächst zum echten Abfallproblem heran. Der Zero-Waste-Lebensstil soll dem entgegen wirken und kann von jedem gelebt werden, der für sich und seine Umwelt etwas Gutes tun will.

Zero-Waste kommt aus dem englischen und bedeutet soviel wie „kein Müll“. Bei diesem Lifestyle geht es darum so wenig langlebigen Müll wie möglich zu produzieren. Damit sind nicht etwa der Bio-Abfall oder Papierreste gemeint, sondern jede Form von Plastik bei Wegwerfgegenständen, die sich in unserer Umwelt und den Weltmeeren ansammelt. Eltern, die nach einem solchen Lebensmotto leben, legen ihren Kindern nicht nur großartige Werte in die Wiege, sie tragen auch noch aktiv dazu bei, dass ihre Kinder und Enkelkinder genau so viel Freude an der Welt haben werden wie sie selbst.

Zero-Waste definiert

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Schaut euch mal in eurer Umgebung um. Wie viele Gegenstände aus Plastik könnt ihr erkennen? Plastik ist natürlich ein wertvoller Stoff für uns. Er ist langlebig, billig und robust. Allerdings wird ein Großteil der Plastikteile in Wegwerfteilen verwendet: Plastikflaschen, Q-Tips, Zahnpastatuben, etc. Jeden Tag schmeißen wir eine Menge Müll weg, von dem ein kleiner Teil leider nicht dort landet wo er hingehört, sondern in unsere Umwelt gelangt, in der er über tausende Jahre verbleiben kann, wenn keiner etwas dagegen unternimmt. Der Zero-Waste Lebensstil lässt die Menschen so wenig Müll wie möglich produzieren. Vor allen Dingen geht es aber um den problematischen Plastikabfall. Nehmt euch nur einmal einen Tag Zeit, an dem ihr bewusst auf eure Müllproduktion achtet.

Morgens nach dem Aufstehen sind wir dehydriert, also nehmen wir einen Schluck aus unserer Mineralwasserflasche. Auch wenn viele Hersteller inzwischen damit werben, ihre Flaschen zu recyclen, landen in diesem Kreislauf im Laufe der Zeit immer mehr und mehr Flaschen, die sich früher oder später einen Weg in unsere Umwelt schaffen. Im Bad geht es weiter mit dem Wahnsinn. Zahnpasta in Plastiktuben, Zahnbürste, Shampooflaschen, Kosmetikdöschen, Wattestäbchen: Plastik wohin das Auge blickt. Auf den Schrecken brauchen wir erst einmal einen Kaffee aus der kapselbetriebenen Kaffeemaschine. Diese Einwegkapseln bestehen zwar nicht aus Plastik, häufige Kaffeetrinker verursachen damit aber auch eine Menge Abfall, der wirklich nicht sein müsste. Wieder nehmen wir einen Schluck aus der Plastikflasche. Die Snacks für die Arbeit: Müsliriegel, plastikverpackt! Fertigsalat aus dem Supermarkt, plastikverpackt! Schnell noch einen Coffee-to-go im Einwegbecher.

No-Waste für Hartgesottene

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Der No-Waste Lebensstil wird von vielen Menschen gelebt, einige nehmen ihn aber ernster als andere und haben es sich beinahe schon zur Lebensaufgabe gesetzt, ihre Lebensart zu verwirklichen. Diese Art der Interpretation ist schon sehr extrem und für Familien vielleicht nicht am besten geeignet. Dennoch wollen wir ihn anhand einiger Beispiele kurz vorstellen. Dafür beginnen wir wieder im Badezimmer. Die Zahnbürste wurde entweder durch gewisse Bambusstreifen ersetzt, auf denen herumzukauen das Zähneputzen ersetzen soll oder die klassische Zahnbürste hat nun einen umweltfreundlichen Bambus- oder Holzgriff, sodass man sie nach mehrmonatigem Gebrauch einfach auf den Kompost werfen kann. Auch die Zahnpasta wurde durch eine Paste aus Kokosöl und Kurkuma ersetzt und kann, ebenso wie das hausgemachte Shampoo und Duschgel, in einem Glas mit Schraubverschluss aufbewahrt werden. Bambus ist übrigens eine tolle Alternative zu Plastik. Auch die Q-Tips gibt es nämlich aus Bambusmaterial.

Habt ihr schon einmal handgefilterten Kaffee getrunken? Nein? Dann ist es auch kein Wunder, dass ihr noch immer an eurer alten Kapsel- und Padmaschine hängt. Nicht nur die Anschaffung einer solchen Maschine ist teuer. Auch der Unterhalt hat einen stolzen Preis, denn schließlich wollen immer neue Kapsel nachgekauft werden, die – wenn man sich mal den Kilopreis der Kaffees anschaut wirklich unverschämt teuer sind – und wohlmöglich auch nur die teureren Markenkapseln passen. Mit einer hochwertigen Packung gemahlenen Kaffees und einem Keramikfilter schmeckt der Kaffee nicht nur besser, ihr werdet im Monat auch bis zu 100 € sparen können. Manche Menschen bereiten sogar ihr Putz- und Waschmittel sowie Spül-, Waschmaschinen- und Toilettentabs selber zu. Ein sehr vorbildlicher Lebensstil, der aber Weißgott nicht einfach umzusetzen ist.

Umsetzung für Familien

Plastik vermeiden | © panthermedia.net / kkolosov

Plastik vermeiden | © panthermedia.net / kkolosov

Um seinen Kindern einen bewussten und gesunden Lebensstil vorzuleben, braucht es eigentlich nicht viel. Wenn sie einen gesunden Umgang mit dem Plastik und verschwenderischen Abfall lernen sollen, so müssen sie es von euch lernen können. Ihr seid im Supermarkt und euer Kind möchte einen Apfel? Er wird ein eine Tüte gesteckt, abgewogen und mit dem Preis beklebt. So würde es jeder normale Mensch tun. Werdet euch aber mal bewusst, dass ihr die Tüten nur vom Supermarkt nach Hause tragt um sie dort wegzuschmeißen. Mit selbstgenähten Obstnetzen oder gar keiner Tüte tut ihr der Umwelt und eurem ökologischen Fußabdruck einen großen Gefallen. Natürlich sind das Kassenband und der Boden eines Einkaufswagens nicht sehr hygienisch und sauber, weswegen ihr das Obst und Gemüse immer vor dem Verzehr waschen solltet. So verhält es sich aber auch mit der Tüte. Schließlich könnt ihr nicht wissen, wer die Lebensmittel vorher schon angefasst hat.

In Familien mit Kindern haben die Eltern meist schon genug Stress und nicht den Kopf dazu in ihrer Freizeit auch noch selbst gemachtes Spülmittel herzustellen. Wattestäbchen aus Plastik oder die Zahnbürsten, bzw. die Kaffeeangewohnheiten auszutauschen wird hingegen leicht fallen und keine großartige Zeit in Anspruch nehmen. Die fünf Minuten, die ihr für euren Kaffee braucht, könnt ihr gut dazu verwenden kurz mal durchzuatmen und mit dem Duft des frisch aufgebrühten Kaffees den morgendlichen Stress zu vergessen. Anstatt den Kindern die kleinen 0,5 l – Plastikflaschen mit in die Schule zu geben, kauft lieber kleine Trinkflaschen aus Metall oder Hartplastik, die dann immer und immer wieder verwendet werden können.

Achtung vor der Preisfalle!

Preisfalle beim Einkaufen | © panthermedia.net / stokkete

Preisfalle beim Einkaufen | © panthermedia.net / stokkete

Auch wenn wir vorhaben plastikfreier zu leben, machen es uns die Unternehmen ganz schön schwer. Wäre es einfach die Welt zu retten, würden das schließlich auch mehr Menschen in Angriff nehmen. Verdeutlichen wir das mal am Beispiel einer Packung Wattestäbchen. Die herkömmliche Packung aus dem Supermarkt oder der Drogerie beinhaltet 100-300 Stück und kostet zwischen 0,50 und 1,50 €. Für die chemiefreien Wattestäbchen ohne Plastik mit Bambus und Baumwolle zahlt ihr für 100 Stück ca. 8 €. Also 8 ct pro Stück. Wer möchte für einen Gegenstand des täglichen Gebrauchs schon so viel bezahlen, wenn man zudem bedenkt wie lange man mit einer solchen Packung auskommt. Manche Shops wollen euch gnadenlos über den Tisch zeihen. Hier lohnt es sich hartnäckig und geduldig Preis mit Stückzahlen zu vergleichen, dann bezahlt ihr am Schluss nämlich bis zu 2/3 weniger.

Fazit

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Den Zero-Waste Lebensstil im alltäglichen Leben zu etablieren ist schwer. Singles haben es da deutlich leichter als Familien mit Kindern, die nicht nur weniger Zeit, sondern auch weniger Geld für die praktische Ausführung dieses Lifestyles zur Verfügung haben. Wenn ihr langsam beginnt und euch vorerst nur ein paar Änderung aneignet,wie beispielsweise die Tüten im Supermarkt oder das Vermeiden von Kapselkaffee, fällt euch der Start in euer neues, plastikfreies Leben gleich viel leichter. Gemeinsam können wir es schaffen und unsere Umwelt vor der Plastikinvasion bewahren!


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